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Die in letzter Zeit immer wieder aufkommenden Diskussionen oder besser Wehklagen über Umsatzrückgänge zeigen es recht deutlich: Ärzte sind manchmal wenig beschlagen in betriebswirtschaftlichen Dingen. Deshalb möchte ich Ihnen ein paar betriebswirtschaftliche Begriffe erläutern, damit Sie auch wissen, wovon Ihr Steuer- oder Unternehmensberater eigentlich spricht.

1. Umsatzrentabilität:
Wie gesagt werden Umsatzrückgänge immer sehr heiss diskutiert, was politisch sicher sinnvoll ist, aber in Ihrer Praxis sollten Sie vielmehr Ihren Gewinn im Auge behalten. Wichtig ist, wie sich der Umsatzrückgang auf Ihren Gewinn auswirkt. Hierzu ein Beispiel: Sie haben einen Umsatz von 400 TEuro und Kosten in Hoehe von 200 TEuro, dass heisst Sie haben einen Gewinn von 200 TEuro.

Es bleiben also 50% von Ihrem Umsatz als Gewinn übrig, dann spricht der Betriebswirt von einer Umsatzrentabilität von 50%.

Um Ihnen zu zeigen, dass Gewinnrückgang viel schlimmer ist als Umsatzrückgang nehmen wir an, dass Ihr Umsatz um 10% zurückgeht, die Kosten aber gleich bleiben. Sie haben dann 360 TEuro Umsatz und noch immer 200 TEuro Kosten. Es bleiben also nur 160 TEuro als Gewinn übrig. Ihre Umsatzrentabilität beträgt jetzt nur noch 40%. Aber auch das ist nur die halbe Wahrheit, denn Ihr Gewinn ist um 20% von 200 TEuro auf 160 TEuro zurückgegangen.

Wie können Sie reagieren? Wenn eine Umsatzsteigerung nicht möglich ist, weil einfach nicht mehr Kassen- oder Privatpatienten “greifbar” sind, dann bleibt einfach nur der Angriff auf die Kosten.

2. Wareneinsatz:
Wenn Ihr Unternehmens- oder Steuerberater von Wareneinsatz spricht, dann meint er wie viel Ware bzw. wie viel Material eingesetzt wurde, um den Umsatz zu erzielen. Um verschiedene Praxen oder Unternehmen vergleichbar zu machen, wird dieser Betrag in % vom Umsatz ausgedrueckt.

Die Formel dazu lautet: Wareneinsatz X 100 / Umsatz

3. Personaleinsatz:
Diese Kennziffer soll aufzeigen, wieviel vom Umsatz Sie fuer Personal ausgeben.

Formel: Personalaufwand X 100 / Umsatz

Jede Wissenschaft bildet so Ihre eigenen Fachbegriffe heraus, die dann für Aussenstehende nicht verständlich sind. Deshalb scheuen Sie sich nicht in einem Gespräch mit einem Betriebswirt oder Steuerberater sich auch mal so einen unverständlichen Fachbegriff erläutern zu lassen.