Unternehmensberater für Ärzte, rudolfloibl.de

Ich erlebe das immer wieder: Wenn sich ein Arzt ein med.techn. Gerät für 25.000 Euro anschafft, dann wird lange hin und her überlegt, Informationen eingeholt, die Rentabilität geprüft und auf tausend Dinge geachtet. Stellt er aber eine neue medizinische Fachangestellte (MFA) ein, dann passiert das oft zwischen Tür und Angel.

Dabei ist diese Entscheidung – rein betriebswirtschaftlich betrachtet – eine weitaus größere Investition als viele Geräte. Schnell sind hier jährliche Kosten von 25.000 Euro zusammen, die sich auch als Fehlinvestition herausstellen können. Die Kündigungsfristen sind zwar kürzer geworden, so dass Sie sich schnell wieder von einer schlechten Kraft trennen können, aber dennoch müssen Sie einen wesentlich längeren Zeitraum arbeiten, ohne die volle Leistung einer MFA erwarten zu können.

Deshalb sollten Sie für das nächste Einstellungsgespräch klare Richtlinien aufbauen und einhalten. Im Vorfeld sollten Sie die Bewerbungsunterlagen genau prüfen:

1. Passen Eintrittstermin und Gehaltsvorstellungen mit Ihren Vorstellungen zusammen?

2. Sind die Arbeitszeugnisse und Arbeitszeitbescheinigungen vollständig? Interessant sind gerade die Zeiten, die nicht nachgewiesen sind.

3. Vergleichen Sie die Angaben im Lebenslauf mit den eingereichten Unterlagen. Treten hier Diskrepanzen auf, sollten Sie nachfragen.

4. Liegen besondere Qualifikationen oder Referenzen vor?

 

Beim eigentlichen Bewerbungsgespräch:

1. Legen Sie sich Stift und Schreibzeug, evtl. auch eine Checkliste zurecht.

2. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für das Gespräch. Am besten nach der Sprechstunde, aber bitte nicht zu lange warten lassen, sonst hat die/der Bewerber/in evtl. einen falschen Eindruck.

3. Nehmen Sie das Gespräch in die Hand und beschreiben Sie erst die vakante Stelle und machen Sie auch schon konkretere Angaben zur Aufgabenstellung.

4. Machen Sie sich Notizen über Ihren ersten Eindruck (Sprache, Auftreten, Kleidung)

5. Wenn möglich, sollten Sie auch Ihre Praxis und die Mitarbeiter vorstellen.

6. Vereinbaren Sie unter Umständen einen Probearbeitstag.

7. W-Fragen (Wer, wann, wo, wie viel,….) helfen Ihnen sehr viel weiter.

8. Geben Sie auch die Gelegenheit zum Gespräch mit Ihren anderen MFA.

9. Geben Sie einen Termin vor, bis wann Sie sich entscheiden und halten Sie diesen Termin auch ein.

Die Auswahlentscheidung sollten Sie nicht am selben Tag fällen und auch mit Ihren übrigen Mitarbeitern besprechen. Wenn Sie absagen, müssen Sie unbedingt darauf achten, dass dies in einer höflichen Form geschieht und die eingereichten Unterlagen vollständig zurückgegeben werden. Abgewiesene Bewerber tragen nämlich auch zur Imagebildung der Praxis bei.