Wie Sie verhindern, dass neue Mitarbeiter schnell wieder abspringen

Manche Praxisinhaber gehen mit der Investition in neue Mitarbeiter ziemlich leichtfertig um. „Wir versuchen es halt mal und wenn es nicht klappt, dann verlängern wir halt die Probezeit nicht.“ ist manchmal die Einstellung zu diesem Thema. 

Doch die Einstellung neuer Mitarbeiter ist durchaus mit hohen Kosten verbunden, denn Anzeigen, Sichtungen der Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräche und andere Suchaktionen kosten Zeit und Geld. Wenn dann die Verbindung nach ein paar Monaten abgebrochen wird, dann werden die gleichen Kosten wieder anfallen.

Ob sich ein/e neue/r Mitarbeiter/in in Ihrer Praxis wohlfühlt oder nicht, darüber entscheidet genau wie Ihren Patienten meist der erste Eindruck. Wenn der durch Unvorbereitetheit und schlechter Organisation verschenkt wird, dann werden diese neuen Mitarbeiter schnell demotiviert.

Deshalb sollten Sie nach folgenden Punkten einen Einarbeitungsplan erarbeiten:

  1. In der Vorbereitungsphase sollten Sie die Aufgaben der/s Neuen schriftlich definieren, direkte Vorgesetzte (oder auch Paten) festlegen und Verantwortungen bzw. Befugnisse klären.
  2. Umreißen Sie möglichst kurz, welches Ziel Ihr neuer Mitarbeiter erreichen soll. (Beispiel bei einem Assistenten: Sicherstellung der qualitativen ärztlichen Betreuung der Patienten.)
  3. Am ersten Arbeitstag sollten Sie zuerst den/die Paten/in vorstellen, dann die weiteren Kollegen und dann den Arbeitsplatz und die Praxisstruktur.
  4. Nach der Begrüßung sollte der/die Paten/in Zeit haben, die wichtigsten Zusammenhänge zu erklären. Schaffen Sie dafür Platz im Terminkalender. Je ausführlicher diese erste Information ausfällt, desto schneller ist produktive Arbeit zu erwarten.
  5. „Learnig by doing“ heißt eine neudeutsche Managerweisheit. Zeigen Sie dem/der Neuen die einzelnen Tätigkeiten und überwachen Sie die nächsten Ausführungen. Sie bzw. der/die Pate/in sollte nie alles auf einmal erklären, weil dadurch Fehler vorprogrammiert sind. Erkennen Sie erste Erfolge durch Lob an.
  6. Integrieren Sie den/die Neue/n so rasch wie möglich. Erkennen Sie Konfliktsituationen oder Seilschaften und versuchen Sie zu einem Wir-Gefühl beizutragen. Cliquenbildung hat noch jeder Praxis geschadet, deshalb lassen Sie keine Ausgrenzungen zu.

    Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter ist eine wichtige Managementaufgabe, die in kleineren Praxen vom Praxisinhaber selbst erledigt werden muss und in größeren Praxen müssen Verantwortliche gefunden werden. Pläne geraten leicht in Vergessenheit und das gilt auch für einen Einarbeitungsplan. Sollte dies passieren, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich ein neuer Mitarbeiter nicht wohlfühlt und die Praxis wieder verlässt, wodurch viel Arbeit und Ruhe verloren geht.