Corona in Arztpraxen

Liebe Ärztinnen und Ärzte,

der Corona-Virus hat unser Land fest im Griff und das wird auch noch anhalten. Für Ihre Praxis bedeutet das auch deutliche Umstellung, Überforderung und Verlustängste. Es wird sicher Einschnitte geben, aber die werden nach meinem Dafürhalten nicht so schlimm ausfallen, wie in anderen Branchen.

Ich möchte Ihnen heute nur ein paar Tipps geben, die vielleicht helfen oder hoffentlich etwas beruhigen. Dies ist keine Rechtsberatung, sondern sollen nur Tipps & Tricks für Ihre Praxisführung sein.

Finanzen

  • So schnell wird ein finanzieller Engpass nicht kommen, denn jetzt „leben“ Sie noch von den KV-Vorauszahlungen und den Abschlusszahlen der Vorquartale.
  • Ein Einbruch ist erst in einem halben Jahr zu erwarten, wenn das erste Quartal abgerechnet wird.
  • Der Gesundheitsminister, die KBV und die KVen arbeiten schon an „Rettungsschirmen“. Das geht nicht von heute auf morgen, aber da kommt bestimmt etwas

Was Sie trotzdem jetzt tun können/sollten:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater oder Finanzamt, ob eine Stundung oder Reduzierung der Steuervorauszahlungen sinnvoll und möglich ist.
  • Ihr Steuerberater weiß häufig auch, ob es in Ihrem Bundesland Unterstützungsmaßnahmen gibt.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Bank, ob Kredite ausgesetzt oder verlängert werden können. Die Bank weiß auch, welche KfW-Maßnahmen möglich sind
  • Sprechen Sie mit Ihrem Vermieter, ob er die Kaltmiete verringert

Personal

  • Natürlich können Sie betriebsbedingte Kündigungen aussprechen oder Kurzarbeit beantragen. Auch das weiß Ihr Steuerberater.
  • Ganz ehrlich ist das für mich die letzte Maßnahme und Sie sollten lange darüber nachdenken. Und zwar aus folgendem Grund:
    • Ihre Mitarbeiter sind meist in einer wirtschaftlich schlechteren Lage als Sie und können viel schneller Existenzprobleme bekommen
    • Es wird eine Zeit nach Corona geben und da brauchen Sie wieder motivierte und zuverlässige Mitarbeiter, die nicht an jeder Straßenecke zu bekommen sind
    • das Anlernen von neuen Mitarbeitern wird dann Geld, Zeit und Nerven kosten

„Sofortmaßnahmen“:

  • Gibt es Überstunden oder Urlaub, der abgebaut werden kann?
  • MFA mit Kindern, die versorgt werden müssen, kann man vielleicht durch einen Dienstplanumbau entgegenkommen. Einer Ihrer Kollegen fängt jetzt schon morgens um 7 Uhr an, wodurch zwei MFA ab Mittag ihre Kinder betreuen können.
    • Seien Sie kreativ und Ihr Personal denkt sicher auch mit
  • Ist ein/e Mitarbeiter/in in Quarantäne könnten Sie darüber nachdenken, dass diese im Homeoffice Telefonate annehmen oder Termine verschieben könnte

Sicher fallen mir und Ihnen noch weitere kreative Maßnahmen ein, die Ihre Praxis schützen.

In Teil 2 erhalten Sie noch mehr Tipps zur Kurzarbeit, Kurzarbeitergeld und Dokumentation der Maßnahmen.

Bleiben Sie gesund!

Schöne Grüße aus Straubing
Ihr Rudolf Loibl