In vielen Praxen wird jede Menge Geld verschenkt. Unsere betriebswirtschaftliche Abrechnungskontrolle zeigt immer wieder, dass das vorhandene Potential nicht ausgenutzt wird. Es erfolgt beispielsweise keine Überwachung von Krebsvorsorgeuntersuchungen, Check-Up oder Impfstatus.

Dies bringt einerseits wertvolle Euro, aber stärkt andererseits auch das Vertrauen des Patienten, der sich bei seinem Arzt gut aufgehoben fühlt. Die vorausschauende Betreuung verhilft Ihnen zu einer stärkeren Patientenbindung.

Um dies durchführen zu können, benötigen Sie aber ein richtiges Handwerkszeug:

1.  Eine aussagekräftige Karteikarte (hier ist sicher eine elektronische besser als eine aus Papier, die ich leider immer noch in Arztpraxen sehe)

2.  Ein funktionierendes Recall-System

Dieses Recall-System ist in viele Praxis-EDVen bereits implementiert.
Fragen Sie Ihren Händler, wie das bei Ihnen funktioniert.

Alternativ können Sie sich auch mit einem elektronischem Kalender behelfen, in dem Sie entsprechende Notizen ablegen.

Um nicht gegen das Wettbewerbsrecht zu verstoßen, müssen Sie sich das Einverständnis zur Benachrichtigung von Ihren Patienten schriftlich geben lassen.

Hier ein Mustertext:

Hiermit erkläre ich mich einverstanden, von meiner hausärztlichen ( oder andere Fachgruppe einsetzen ) Praxis an folgende Termine regelmäßig erinnert zu werden:

O  Untersuchungen
O  Impfungen
O  Ultraschallkontrollen
O  Laborkontrollen
O  Krebsvor- / nachsorge
O  __________________
O  __________________

_____________________    ______________
Unterschrift des Patienten              Datum

Fragen Sie doch auch, ob Ihre Patienten mit moderneren Kommunikationsmitteln informiert werden wollen. Viele Patienten werden auch E-Mail oder SMS nutzen, was Ihnen dann auch noch Kosten sparen hilft, weil diese alle billiger sind, als das Porto für einen Brief. (Obwohl ein Brief schon einen gewissen Charme hat.)

Mit Ihrem Anschreiben sollten Sie nicht den Patienten in Ihre Praxis “beordern”, sondern lediglich darauf hinweisen, dass eine bestimmte Untersuchung fällig wird. Natürlich steht es dem Patienten frei, wo er diese Untersuchung machen lässt, aber er wird wohl meist zu Ihnen kommen.

Viele weitere Optimierungsideen unterbreite ich Ihnen gerne, fordern Sie mein Angebot an unter loibl@loibl-online.de

Ihr Rudolf Loibl

Jede Arztpraxis muss sich für bestimmte Untersuchungen unterschiedlichste Verbrauchsmaterialien vorhalten. Eine vernünftige Warenwirtschaft wird aber in den wenigsten Praxen betrieben. Der Spruch “Ein Griff und die Sucherei geht los.” hat leider mehrere fatale Folgen:

1.    Wenn Verbrauchsmaterialien (Sono-Gel, Spritzen, etc.) erst bei Bedarf auf die Schnelle besorgt werden, müssen Sie teuer bezahlt werden. Außerdem fällt Ihnen eine Mitarbeiter/-in für die Zeit der Beschaffung aus und womöglich müssen Patienten auch noch darauf warten, dass irgendein Medikament aus der Apotheke besorgt wird.

2.    Wenn zu große Mengen vorgehalten werden, dann kann dadurch ein Verlust entstehen, weil unter Umständen das Verfallsdatum abläuft. Der Preisvorteil bei einer größeren Bestellung ist da schnell dahin.

3.    Chaotische Lagerhaltung kostet natürlich Zeit. Wenn Sie wissen, welche Medikamente in Ihrem Schrank sind und Ihnen nur ein Griff genügt, um das richtige auszuwählen, sparen Sie einerseits Zeit und andererseits zeigen Sie Ihrem Patienten auch organisatorische Kompetenz.

Folgende Punkte sollten Sie immer beachten:

– Bewahren Sie Verbrauchsmaterialien dort auf, wo sie auch verwendet werden.

– Legen Sie Mindestmengen fest, ab welcher eine Nachbestellung zu erfolgen hat. Beachten Sie dabei auch die Lieferzeiten.

– Verteilen Sie die Praxismuster auf  alle Sprechzimmer, somit sind alle Produkte in unmittelbarer Reichweite.

Machen Sie die technische Umsetzung des Meldewesens für die Beschaffung so einfach wie möglich.

Beispiel Sonogel:
Sie sollten immer zwei Flaschen neben dem Sono-Gerät stehen haben. Wenn der Inhalt einer Flasche zur Neige geht, dann stellen Sie diese an einem vorher vereinbarten Platz ab. Dies signalisiert Ihrem geschulten Personal umgehend die leere Flasche aufzufüllen, ohne daß eine weitere Anweisung Ihrerseits stattfinden muß.

Beispiel Medikamente:

Ein beschriftetes Kärtchen vor der drittletzten Packung eines Medikaments wird von Ihnen bei der Rezeption abgegeben. Dies signalisiert Ihrem Personal, daß eine umgehende Nachbestellung erfolgen muß.

Lassen Sie von Ihren verschiedenen Lieferanten Bestellformulare anfertigen, die dann auch noch einmal durchgesehen werden, ob nicht noch ein weiteres Produkt dieses Lieferanten ebenfalls bestellt werden muß. So vermeiden Sie unnötige mehrfache Versandkosten.

Weitere Optimierungsideen unterbreite ich Ihnen gerne, fordern Sie mein Angebot an unter loibl@loibl-online.de

Ihr Rudolf Loibl

Wohlfühlen am Arbeitsplatz

Berge von Karteikarten türmen sich auf der Anmeldung, überall kleben  kleine gelbe Zettel mit Informationen, die Kaffeemaschine steht neben der Blutsenkung oder den Urinproben. All diese Horrorszenarien habe ich schon in Arztpraxen gesehen. Dabei sollte man sich vor Augen halten, dass man die längste Zeit des wachen Tages am Arbeitsplatz verbringt, weshalb dieser zwar nicht unbedingt wohnlich, aber doch ansprechend gestaltet oder eingerichtet sein sollte. Das gilt für den Praxisinhaber genauso, wie für die Mitarbeiter.

6 Tipps für Ihren Arbeitsplatz

Achten Sie auf die nachfolgenden Punkte, damit Sie sich vielleicht ein bisschen mehr am Arbeitsplatz wohlfühlen und dadurch auch bessere Arbeit leisten können:

1. Ordnung
Ich stelle häufig fest, dass in unordentlichen Praxen wesentlich mehr Fehler gemacht werden, als in ordentlichen. Das Wohlfühlen in der tollsten Praxis ist auch dann vorüber, wenn Sie sich ärgern, weil z.B. eine Karteikarte nicht gefunden wird oder Verbrauchsmaterial nicht da ist, wo es sein sollte.

2. Geplante Arbeitsumgebung
Für die Figur mag es ja gut sein, wenn man wegen jedem Handgriff aufstehen muss, aber irgendwann nervt das doch ganz schön. Also überlegen Sie sich – und lassen Sie auch Ihre Mitarbeiter/innen überlegen – was Sie häufig brauchen und was nicht.

3. Nehmen Sie auf Eigenheiten Rücksicht.
Wenn beispielsweise Linkshänder das Telefon links neben sich am Schreibtisch stehen haben, müssen Sie jedes Mal umgreifen, wenn sie was notieren wollen und dann hängt auch noch das Kabel quer über die Schreibfläche.

4. Schreibtisch und Stühle
Unabhängig davon, dass es hierfür DIN-Normen gibt, sollte zumindest eins beachtet werden: Manche Büromöbel sehen zwar schön aus, sind aber völlig unpraktisch.

5. Computer
Auch an einem PC-Arbeitsplatz braucht man ein Mindestmaß an Schreibfläche. In gewissen Abständen sollten Sie sich und Ihren MFA auch einen neuen Monitor gönnen. Wer Schreibkräfte hat, sollte denen auch eine Fußstütze zur Verfügung stellen.

6. Beleuchtung
Die Lichtverhältnisse sollten auch so angenehm wie möglich gestaltet sein.

Sie sollten bei all diesen Maßnahmen und Tipps auch noch bedenken, dass ein gepflegtes Ambiente die Attraktivität und auch den Wert der Praxis erhöht. Und wie schon oft gesagt: Zufriedene Mitarbeiter und Patienten sind die beste Werbung für Sie.

Patienten als Werbeträger

Patientenbindung ist – und wird es auch in Zukunft immer mehr sein – einer der bedeutendsten Erfolgsfaktoren für die Praxis. Die Patienten nicht mit 0815-Medizin zu versorgen, sondern ein Patientenservice, der sich sehen lassen kann, muss Ihr Ziel sein. Ein Baustein Ihres Services könnten z.B. Patientenschulungen sein.  Gerade hartnäckige Erkrankungen, wie Hypertonie, Asthma oder Osteoporose, aber auch “In-Themen” wie Diät oder Raucherentwöhnung sind geradezu prädestiniert für eine Schulung.

In den meisten Fällen schlagen Sie sogar zwei Fliegen mit einer Klappe, denn Sie bieten nicht nur einen hervorragenden Patientenservice an, sondern entlasten Ihre sonstige Sprechstunde, weil Sie über diese Krankheiten nicht mehr soviel erklären müssen.

Folgende Fragen müssen Sie beantworten, damit Ihr Konzept ein Erfolg wird:

1. Thema: Welches Krankheitsbild möchte ich gerne schulen?

2. Möglichkeiten:

– Habe ich eine ausreichende Anzahl von Patienten in meiner Praxis dafür?
– Bzw. welche Patientengruppe möchte ich ansprechen?
– Nutzen Sie hierzu Ihre Diagnosestatistik.

3. Inhalte und Umsetzungen:

– Welchen Nutzen kann der Patient aus meinen Programminhalten ziehen und wie wird dieser Nutzen in die Realität umgesetzt?
– Kann ich entsprechende Checklisten ausgeben?
– Was interessiert die Patienten?
– Was kann der Patient wie umsetzen?
– Was erleichtert den Alltag des Patienten?

4. Ablauf und Verantwortungen:

– Wie soll der Ablauf der Schulung aussehen?
– Können wir im Praxisteam eine Ablaufcheckliste mit Verantwortlichkeiten erarbeiten?
– Kann die Schulung in Zukunft von meinem Personal durchgeführt werden?

5. Nacharbeit:

– Wie stellen wir fest, ob es bei den Patienten ankommt?
– Stellen wir einen Bewertungsbogen zusammen?
– Führen wir eine Patientenbefragung durch?

Am wichtigsten an einer Patientenschulung ist, dass Sie voll und ganz hinter der Sache stehen, denn nur wenn man was mit Freude macht, macht man es auch wirklich gut.

Management – Delegieren

Kennen oder nutzen Sie auch die nachfolgenden Sprüche: „Wenn es richtig sein soll, mache ich es lieber selber.“ Oder „Bis ich das erklärt habe, habe ich selbst schon dreimal erledigt.“ 

Wenn Sie diese Weisheiten selber anwenden, dann kennen Sie auch die Situation, dass Sie mit immer mehr Arbeitszeit immer weniger ausrichten und das ungute Gefühl, dass Ihre Mitarbeiter zu wenig arbeiten. 

Sie sind dann nämlich eine „guter“ Chef, weil Sie die Arbeit Ihrer Mitarbeiter gleich miterledigen. Ein guter Manager sind Sie aber keinesfalls. Zum Management einer Arztpraxis gehört es, seine Mitarbeiter zum Arbeiten zu bringen und nicht die Arbeit mitzumachen. 

Das Ganze ist nämlich ein Teufelskreis. Zuerst übernehmen Sie die Arbeit Ihrer Mitarbeiter und kommen mit Ihrer eigenen Arbeit in Rückstand (Wartezeiten !!!), dann kommen Sie auch mit der Arbeit Ihrer Mitarbeiter in Rückstand und schließlich fühlen Sie sich nicht wohl, weil Sie zu viel arbeiten müssen und die Mitarbeiter fühlen sich nicht wohl, weil sie in der Arbeit blockiert werden. Diese Unzufriedenheit im Praxisteam bleibt natürlich auch den Patienten nicht verborgen, was dazu führen kann, dass diese wegbleiben.

Hören Sie also auf, der Bremser zu sein, sondern fördern Sie eigenständiges Handeln und Eigenverantwortung. Mit den folgenden Regeln sollte Ihnen das leichter fallen:

1.    Definieren Sie die Aufgabe. Und geben Sie den oder die nächsten Schritte vor.

2.    Legen Sie klar fest, wer für die Aufgabe und die Erledigung verantwortlich ist. Es passiert sonst, dass eine Aufgabe so lange weitergegeben wird, bis sie nicht mehr erledigt werden kann.

3.    Je nach Ihrem Vertrauen und der Kompetenz des Mitarbeiters können Sie zwei Vorgehensweisen für die Erledigung von Aufgaben festlegen: 

·      Es muss Ihnen ein Lösungsvorschlag präsentiert werden und Sie geben das OK für die Erledigung

·      Eine Aufgabe wird erledigt und Sie werden anschließend informiert.

4.    Sie immer einen „Wiedervorstelltermin“ vergeben, um festzustellen, ob und wie die Aufgabe erledigt ist. 

Damit Sie wieder mehr Zeit für Ihre Arbeit und auch für sich haben, müssen Sie lernen loszulassen. Die Umstellung vom Selbermachen zum “Machen lassen” geschieht nicht so ohne weiteres von heute auf morgen, sondern bedarf mehrerer Gespräche und Disziplin.

rudolfloibl.de, Praxis, Abläufe

In der Praxis von Dr. P. wurde aus irgendeinem Grund, den keiner mehr so richtig weiß, der Formulardrucker an das Ende der Anmeldung gestellt. Der Computer, der den Drucker steuert, steht aber am entgegengesetzten Ende. Die MFA, die Rezepte oder Überweisungen ausstellt, muss bei jedem Vorgang aufstehen, drei Meter gehen, ein Formular einlegen, zurück gehen, den Druckvorgang auslösen und abschließend das bedruckte Formular holen. Da vergehen etwa 15 Sekunden pro Patient, das sind dann am Tag bei etwa 100 Patienten 25 Minuten. Aufs Jahr gerechnet werden also an der Anmeldung knapp 100 Stunden verschwendet, weil keiner über  die Arbeitsabläufe nachdenkt. 

Es gibt viele Arbeitsabläufe in der Praxis, die einmal überprüft werden können/sollten.

Dabei sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  1. Werden Arbeiten doppelt erledigt?
  2. Sind die Mitarbeiter für bestimmte Aufgaben verantwortlich?
  3. Werden die anfallenden Aufgaben von einer Mitarbeiterin endgültig erledigt?
  4. Wird vernünftig delegiert oder werden nur lästige Aufgaben weitergeschoben?
  5. Werden Aufgaben häufig wieder zurückgegeben und wird dadurch einiges nicht erledigt?
  6. Werden bestimmte Aufgaben logisch aneinandergereiht?
  7. Ist es sinnvoll, bestimmte Aufgaben zu Blöcken zusammenzufassen?
  8. Denken meine Mitarbeiter noch mit?
  9. Kommen Vorschläge zur Verbesserung?
  10. Werden Verbesserungsvorschläge auch umgesetzt?

Nur mit optimierten Arbeitsabläufen ist es Ihnen möglich, auch weiterhin Kosten zu sparen oder freie Ressourcen zu schaffen.

Reklamationsbearbeitung

Auch in der besten Arztpraxis kommt es hin und wieder zu Reklamationen. Hier nur ein kleiner Ausschnitt aus den häufigsten Gründen:

  • zu lange Wartezeiten
  • vermeintlich zu hohe Privatrechnung
  • unfreundliche Helferinnen
  • zu kurze Behandlungsdauer

Haben Sie dafür ein richtiges Beschwerdemanagement? Wohl kaum, wie die meisten Praxen.

Die nachfolgenden Fragen sollten Sie für sich beantworten und daraus ein richtiges Reklamationsmanagement entwickeln, wie uns das alle großen Firmen vormachen:

1. Wer hat sich beschwert? Lassen Sie sich alle wichtigen Unterlagen dazu geben. Lassen Sie auf einer Telefonnotiz alle Informationen aufschreiben, bevor Sie einschreiten.

2. Wer hat den Anruf entgegengenommen? Ist diese/r Mitarbeiter auch kompetent im Umgang mit solchen Situationen oder brauchen Ihre Mitarbeiter hier eine Schulung?

3. Wie werden die Beschwerden weiterbearbeitet?

4. Was soll getan werden und was wurde mit dem Patienten vereinbart?

5. Hat die Praxis schnell genug auf diese Reklamation reagiert oder ist die Antwort hinausgeschoben worden

6. Wurde etwas getan, dass es nicht mehr zu so einer Beschwerde kommt?

Sie sollten auch über einen längeren Zeitraum die auflaufenden Beschwerden dokumentieren und versuchen herauszufinden, ob es bestimmte Schwerpunkte gibt, die immer wieder Anlass zu Beschwerden geben. Wenn die Beschwerden eine bestimmte/n Mitarbeiter betreffen, müssen Sie unbedingt aktiv werden, da sonst der Ruf Ihrer Praxis auf dem Spiel steht. Legen Sie für Ihre Praxis auch fest, wie mit Beschwerden umgegangen und reagiert werden soll. Auch aus berechtigten Beschwerden kann die Praxis lernen und den Service für die Patienten verbessern.

Wie Sie verhindern, dass neue Mitarbeiter schnell wieder abspringen

Manche Praxisinhaber gehen mit der Investition in neue Mitarbeiter ziemlich leichtfertig um. „Wir versuchen es halt mal und wenn es nicht klappt, dann verlängern wir halt die Probezeit nicht.“ ist manchmal die Einstellung zu diesem Thema. 

Doch die Einstellung neuer Mitarbeiter ist durchaus mit hohen Kosten verbunden, denn Anzeigen, Sichtungen der Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräche und andere Suchaktionen kosten Zeit und Geld. Wenn dann die Verbindung nach ein paar Monaten abgebrochen wird, dann werden die gleichen Kosten wieder anfallen.

Ob sich ein/e neue/r Mitarbeiter/in in Ihrer Praxis wohlfühlt oder nicht, darüber entscheidet genau wie Ihren Patienten meist der erste Eindruck. Wenn der durch Unvorbereitetheit und schlechter Organisation verschenkt wird, dann werden diese neuen Mitarbeiter schnell demotiviert.

Deshalb sollten Sie nach folgenden Punkten einen Einarbeitungsplan erarbeiten:

  1. In der Vorbereitungsphase sollten Sie die Aufgaben der/s Neuen schriftlich definieren, direkte Vorgesetzte (oder auch Paten) festlegen und Verantwortungen bzw. Befugnisse klären.
  2. Umreißen Sie möglichst kurz, welches Ziel Ihr neuer Mitarbeiter erreichen soll. (Beispiel bei einem Assistenten: Sicherstellung der qualitativen ärztlichen Betreuung der Patienten.)
  3. Am ersten Arbeitstag sollten Sie zuerst den/die Paten/in vorstellen, dann die weiteren Kollegen und dann den Arbeitsplatz und die Praxisstruktur.
  4. Nach der Begrüßung sollte der/die Paten/in Zeit haben, die wichtigsten Zusammenhänge zu erklären. Schaffen Sie dafür Platz im Terminkalender. Je ausführlicher diese erste Information ausfällt, desto schneller ist produktive Arbeit zu erwarten.
  5. „Learnig by doing“ heißt eine neudeutsche Managerweisheit. Zeigen Sie dem/der Neuen die einzelnen Tätigkeiten und überwachen Sie die nächsten Ausführungen. Sie bzw. der/die Pate/in sollte nie alles auf einmal erklären, weil dadurch Fehler vorprogrammiert sind. Erkennen Sie erste Erfolge durch Lob an.
  6. Integrieren Sie den/die Neue/n so rasch wie möglich. Erkennen Sie Konfliktsituationen oder Seilschaften und versuchen Sie zu einem Wir-Gefühl beizutragen. Cliquenbildung hat noch jeder Praxis geschadet, deshalb lassen Sie keine Ausgrenzungen zu.

    Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter ist eine wichtige Managementaufgabe, die in kleineren Praxen vom Praxisinhaber selbst erledigt werden muss und in größeren Praxen müssen Verantwortliche gefunden werden. Pläne geraten leicht in Vergessenheit und das gilt auch für einen Einarbeitungsplan. Sollte dies passieren, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich ein neuer Mitarbeiter nicht wohlfühlt und die Praxis wieder verlässt, wodurch viel Arbeit und Ruhe verloren geht.
Herr der Ablage

Gehören Sie auch zu den Menschen, die einfach nichts wegwerfen können?

So sieht es leider in vielen Arztpraxen aus, die ich gesehen habe. Da liegen stapelweise Zeitschriften, Briefe und sonstige Informationen auf dem Schreibtisch des Praxisinhabers. Folgende Tipps sollten Ihnen bei Ihrem Selbstmanagement helfen:
1.    Schaffen Sie zuerst ein richtiges Ablagesystem, bevor Sie jedes Stück in die Hand nehmen und sich fragen: „Wo kann ich das ablegen?“
2.    Die Ablage sollte so aufgebaut sein, dass Sie nach bestimmten Stichworten ablegen und später suchen können. Also fragen Sie sich: „Welches Stichwort fällt mir ein, wenn ich nach der vorliegenden Information suchen würde?“
3.    In der Praxis sollte Ihnen ein/e Mitarbeiter/in bei einer ersten größeren Aufräumaktion helfen, damit diese/r später ablegen und suchen kann.
4.    Fragen Sie sich auch immer, ob diese Information schon einmal vorgekommen ist oder ob Sie sie vernichten können
5.    Vernichten ist ein gutes Stichwort. Versuchen Sie das meiste wegzuwerfen. 80% aller Ablagen sind mit Unterlagen vollgestopft, die kein Mensch mehr anschaut. 
6.    Sie müssen nicht alle Unterlagen haarklein durchlesen, sondern nur überfliegen. Die wichtigsten Passagen markieren Sie mit einem Leuchtstift, damit Sie sie schnell wieder finden. Aber Vorsicht: Manche Leuchtstifte „fressen“ kopierte oder gefaxte Informationen auf. Hier sollten Sie mit einem Kugelschreiber/Bleistift unterstreichen.
7.    Schneiden Sie aus Zeitschriften die für Sie wichtigen Informationen aus und legen Sie nur diese ab, bevor Sie die ganze Zeitung archivieren.
8.    Lassen Sie auf keinen Fall in Zukunft einen „Berg“ anwachsen. 

Mit einem durchdachten Ablagesystem verschaffen Sie sich nicht nur Zeit, sondern auch Vertrauen bei Ihren Patienten. Was soll ein Patient denken, wenn sein wichtigster Brief irgendwo unter Ihrem Stapel vergraben ist.

Und denken Sie auch an Ihre EDV, vielleicht gibt es dort ja ein Dokumentenablagesystem, in dass Sie auch sonstige Informationen einscannen und mit Schlagwörtern versehen ablegen können. 

Wenn nicht, dann kann ich Ihnen https://www.evernote.com empfehlen. Lesen Sie hierzu auch meinen Artikel: https://rudolfloibl.de/private-ablage/

rudolfloibl.de
Qualitätssicherung ist ein oft gehörtes Schlagwort. Um Qualität in der Praxis schaffen zu können, muss das ganze Team an einem Strang ziehen. Wichtig ist, dass jeder Mitarbeiter für die Bedeutung von Behandlungsqualität einen Blick bekommt und auch Stolz auf seine Arbeit und es gleich beim ersten Mal richtigzumachen versucht.
Hier können wir viel z.B. aus den USA lernen, die viel daran setzen, dass die Mitarbeiter Stolz sind in gerade dieser Firma zu arbeiten. Wie Sie den Stolz Ihrer Mitarbeiter – in Ihrer Praxis zu arbeiten – wecken, sollen Ihnen die nachfolgenden Tipps zeigen:
  1. Achten Sie darauf Mitarbeiter einzustellen, die gute Arbeit leisten wollen. Stellen Sie die richtigen Fragen im Bewerbungsgespräch.
  2. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter darüber, was die Patienten über sie sagen. Führen Sie immer wieder mal eine Patientenbefragung durch.
  3. Beteiligen Sie Ihre Mitarbeiter an Entscheidungen für die Praxis, wie z.B. die Patientenbefragung.
  4. Aktives Management sieht Probleme der Mitarbeiter voraus und kann dadurch agieren und muss nicht hektisch reagieren.
  5. Erkennen Sie lobend an, wenn ein Mitarbeiter durch Ihr Verhalten oder Tun das Bild der Praxis verbessert.
  6. Auch Gruppenleistungen müssen anerkannt werden. Bringen Sie mal spontan einen Kuchen mit oder laden Sie Ihre Mitarbeiter in einen Biergarten ein.
  7. Schüren Sie die Freude an der Arbeit und gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Wenn der Chef schlecht aufgelegt ist, wie sollen dann die Mitarbeiter freundlich zu den Patienten sein?
  8. Machen Sie aber auch Ihr Team dafür mitverantwortlich, dass Sie als Chef gut aufgelegt sind ????
  9. Achten Sie auf eine gute Arbeitsumgebung. Dazu gehören auch regelmäßige Renovierungen in der Praxis.
Eine positive Ausstrahlung des gesamten Praxisteams spüren auch die Patienten und das ist die billigste Werbung für Ihre Praxis.